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  • AutorenbildStéphanie Zeindler

Die Halbinsel Yucatan


Unsere Vorfreude auf das karibische Meer erreichte ungeahnte Höhen, als wir die Küstenstrasse nach Champotón entlangfuhren und schliesslich unseren ersten Blick auf den blendend weissen Sandstrand erhaschten.

An diesem Anblick kann man sich einfach nicht sattsehen! Der endlose Sandstreifen erstreckte sich entlang der Küste. Doch das Beste kam noch: Unseren Landy konnten wir direkt am Meer parken.

Natürlich war uns bewusst, dass es an schattigen Plätzen mangelte. Doch all unsere Bedenken verflogen, als wir eine grosszügige Palapa entdeckten, die sogar mit Schaukeln ausgestattet war. Da wird man fast wieder zum Kind...

Das Rauschen der Wellen, der sanfte Wind und die Aussicht auf das azurblaue Wasser – all das machte unseren Aufenthalt paradiesisch. Der Unterstand wurde schnell zu unserem Rückzugsort, wenn uns die Sonne zu intensiv wurde.

Abends erlebten wir dann den Zauber eines Sonnenuntergangs am Meer. Die Farben am Himmel spiegelten sich im ruhigen Wasser wider und tauchten die Umgebung in ein warmes, goldenes Licht. Ein Moment, den wir in all seiner Schönheit festhalten mussten.



Nach einem herrlichen Tag freuten wir uns darauf, den Abend unter funkelnden Sternen zu verbringen. Leider wurden unsere Pläne von vielen, nervigen "Moskitos" durchkreuzt., welche sich am nächsten Tag als Sandfliegen entpuppten.

Wir liessen uns nicht entmutigen und griffen für den nächsten Abend zur Moskito-Kerze.

Es stellte sich heraus, dass der Wachs geschmolzen war und sich im gesamten Batteriefach ausgebreitet hatte. Also räumten wir das gesamte Fach aus und entfernten den nach giftiger Zitrone riechenden Kerzenwachs mit einem Schraubenzieher. Doch was als einfache Reinigungsaktion begann, führte zu einem unerwarteten Kurzschluss auf dem Laderegler.

Anfangs nahmen wir den Vorfall nicht allzu ernst, da die Werte auf der App im grünen Bereich schienen. Mehr dazu später...

Trotz der Sandfliegen-Invasion genossen wir drei Nächte an diesem schönen Ort.



Nachdem wir Champotón hinter uns gelassen hatten, setzten wir unsere Reise entlang der Küste fort. Unser nächstes Ziel war Celestún. Ein traumhafter Ort, wo wir ein weiteres Mal auf die charmante französische Familie trafen. Endlich konnten wir gemeinsam ein Bier geniessen, eine Gelegenheit, die sich an anderen Orten leider nie ergeben hatte. Wir verbrachten einen gemütlichen Abend am Lagerfeuer, begleitet von interessanten Geschichten und herzhaftem Gelächter.

Ein Highlight des Abends war, als wir unsere im Dutch Oven selbst gebackene "Züpfe" präsentierten. Nach fast endloser Suche nach Hefe, konnten wir das endlich ausprobieren. Die Franzosen staunten nicht schlecht über diese Leckerei.

Für den nächsten Tag beschlossen wir, gemeinsam einen weiteren Bootsausflug zu unternehmen. Unser Ziel: eine Küstenlandschaft mit reichem Vogelleben, für das Celestún bekannt ist.

Die Sonne schien hell am Himmel, als wir auf dem Boot das Gewässer befuhren. Ein fantastischer Anblick bot sich uns, als sich zahlreiche Flamingos in ihrer vollen Pracht beim Essen präsentierten. Die rosa gefiederten Vögel schufen ein beeindruckendes Bild gegen den blauen Himmel und das ruhige Wasser.

Obwohl Krokodile auf dem Tourenplan standen und unsere Neugier geweckt war, schienen sie sich an diesem Tag nicht für uns zu interessieren. Dennoch bot uns die Bootsfahrt entlang der Küste eine einzigartige Gelegenheit, die Schönheit der Natur in ihrer Vielfalt zu erleben.

Die gemeinsame Zeit war nicht nur für die Erwachsenen, sondern auch für die Kinder ein wahres Highlight. Trotz der Sprachbarriere verstanden sich die Kinder als auch die Erwachsenen hervorragend. Spiele, Malerei und Fussball spielen füllten die Tage mit fröhlichem Kinderlachen. Marlon genoss sichtlich die Gesellschaft seiner neuen Freunde.


Reisen bedeutet auch Abschiednehmen. Am nächsten Tag zog die französische Familie weiter, und für Marlon war es ein grosser Abschiedsschmerz.

Die Geschichten des Reisens liegen nicht nur in den Orten, die wir entdecken, sondern auch in den Menschen, die wir treffen.



Nach den wunderschönen Tagen an unserem äussersten Reiseziel war es an der Zeit, die Rückreise anzutreten, um stressigen Situationen zu entgehen. Unser Plan war, die Küstenstrasse entlang bis nach Veracruz zu fahren. Auf diesem Weg stiessen wir auf einen bezaubernden Ort namens Isla Aguada. Glücklicherweise sicherten wir wieder einen Platz direkt am Meer. Unser Landy wurde so ausgerichtet, dass wir vom Bett aus den Blick auf das Meer hatten. Es gibt kaum etwas Schöneres, als mit dem Rauschen der Wellen einzuschlafen - etwas, das wir vermissen werden.

Langsam machte sich bei uns die Wehmut breit, da sich das Ende unserer Reise näherte. Doch anstatt trübselig zu sein, beschlossen wir, die letzten Tage mit unserem treuen Landy in vollen Zügen zu geniessen.

Zum Abendessen kauften wir im nahegelegenen Städtchen köstliches gebratenes Hühnchen, welches wir bei unserem Wagen am Meer assen.

Der Meereshorizont, getaucht in Sonnenuntergang wurde noch getoppt mit vorüberziehenden springenden Delfinen. Schon fast kitschig.



Nach den eindrucksvollen Tagen am Meer setzten wir unsere Reise entlang der Küste nach Minatitlán fort. Bei der Ankunft erwartete uns jedoch eine unangenehme Überraschung: Unsere Autobatterie wurde während der Fahrt nicht mehr aufgeladen! Sofort kamen Erinnerungen an die Aktion in Champoton hoch - war etwas kaputt gegangen? Flo wurde etwas nervös. So hätte die Batterie für die Verschiffung nicht mehr vollgeladen werden können.

Bisher hatten wir nie Probleme, da wir unsere Batterie immer mit Sonnenenergie laden konnten. Aber in Veracruz scheint die Sonne eben nich so oft und wir mussten davon ausgehen, dass der Wagen irgendwo unter einem Dach abgestellt werden muss. Flo zückte das Handbuch und vertiefte sich in die Problematik. Schnell holten wir aus unseren Reservekisten ein Elektromessgerät und neue Sicherungen hervor. Wir hofften, dass es nur an der defekten Sicherung lag. Zum Trost genossen wir in der Zwischenzeit die letzten kühlen Bierchen.

Tatttaaaaa: Wir hatten Glück - es war tatsächlich nur eine Sicherung, die ausgelöst hatte. Flo hatte eine passende (100A) dabei und konnte sie ersetzen. Unser Kühlschrank lief wieder!

Nun zum Stellplatz: Eigentlich wollten wir zwei oder drei Tage an diesem Ort verweilen. Doch angesichts des mit Müll übersäten Geländes (trotz Warnschildern!) und der Invasion von Moskitos entschieden wir noch am selben Abend, am nächsten Morgen weiterzuziehen.

Die Herausforderungen auf unserer Reise machen sie zwar manchmal kompliziert, aber letztendlich sind es genau diese unerwarteten Abenteuer, die unsere Reise so unvergesslich machen.

Von Minatitlán machten wir uns auf nach Salinas Roca Partida. Wir stellten uns wieder einen idyllischen Platz am Meer vor.

Als wir unser Ziel erreichten, machte sich Enttäuschung breit. Der Stellplatz, der auf den Karten so vielversprechend wirkte, entpuppte sich als kleiner Bauernhof, der alles andere als einladend war. Der Regen hatte bereits sein Unwesen getrieben und der Platz war mit Schlamm durchzogen. Der "Rasen" war mit Hinterlassenschaften von Hühnern und Hunden übersät. Von den Toiletten wollen wir gar nicht anfangen. Zum Glück hatten wir unsere Eigene dabei.

Entschlossen, das Beste aus der Situation zu machen, ignorierten wir vorerst die äusseren Umstände und genossen ein schnelles Abendessen. Doch die Entscheidung, am nächsten Tag weiterzufahren, war unausweichlich. Eine weitere Nacht auf diesem Stellplatz wollte keiner von uns.

Es war nicht das erste Mal auf unserer Reise, dass die Realität weit von den Erwartungen abweicht. Salinas Roca Patrida hat uns gelehrt, dass nicht jeder vielversprechende Ort den Glanz behält, den er auf den ersten Blick verspricht. Reisen bedeutet nicht nur Abenteuer und Freiheit, sondern auch, mit unerwarteten Enttäuschungen umzugehen. Trotz dieser kleinen Rückschläge blieben wir optimistisch.

Der nächste Ort schien es wieder gut mit uns zu meinen, und wir wurden mit positiven Erfahrungen belohnt.

Unser Stellplatz in Alvarado erwies sich zwar als etwas teuer, aber nach den letzten beiden Tagen waren wir einfach dankbar, wieder an einem schönen Ort angekommen zu sein. Direkt bei unserem Platz hatten wir sogar wieder mal Wasseranschluss, den wir gleich nutzten, um unseren Landy zu waschen. Mit dem nahenden Abgabetermin im Blick, beschlossen wir kurzerhand, dem Fahrzeug eine gründliche Reinigung zu gönnen. Der Staub der vergangenen Etappen sollten vor der Übergabe beseitigt werden. Gemeinsam machten wir uns ans Werk und widmeten dem Landy die Aufmerksamkeit, die er verdiente. Es war nicht nur eine praktische Massnahme, sondern auch eine Art Abschiedsritual. Das Auto, das uns durch Höhen und Tiefen begleitete, sollte in bestem Zustand weiterreisen.

Flo kümmerte sich zudem um das Mechanische, während Sté die Reisetaschen packte. Einige Kleidungsstücke wurden aussortiert, da sie für unsere Weiterreise nach Cancún nicht mehr benötigt wurden. Wie bei jeder Reise fiel uns auch hier auf, wieviele unnötige Dinge wir eingepackt hatten, welche letztendlich nur Platz wegnehmen und doch nie gebraucht wurden.


Wir lernen dazu, für nächstes Mal...



Auf bald.






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1 Comment


Guest
Feb 29

Hallo ihr Lieben - vielen Dank für diesen interessanten Bericht - uff da habt ihr wirklich vieles erlebt, welches unvergesslich sein wird - nun aber freuen such die Liebsten zuhause auf eure Rückkehr und wir wünschen euch von Herzen einen guten Flug ✈️ - Grürsdli bis gli wieder Mami u Pa 👋👋🫶😘

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