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  • AutorenbildStéphanie Zeindler

Auf Umwegen nach Puerto Escondido

09.01.2023 - 20.01.2023


Nach einer vierstündigen Autofahrt erreichten wir die Küstenstadt Puerto Vallarta. Unser ursprünglicher Plan, einen Platz direkt am Meer zu finden schlug fehl und so begnügten wir uns mit einem Platz in der Stadt.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten, zog es Marlon direkt zum Pool. Das Wasser war kühl und die Temperaturen luden nicht zum verweilen ein. Also entschieden wir uns für einen Spielenachmittag. Marlon entpuppte sich als echter Uno-Meister! Ein Blick auf die Wetterapp sagte uns, dass wir für den nächsten Tag die Stadt erkunden sollten. Doch als wir am Morgen von strahlendem Sonnenschein begrüsst wurden, änderten wir unsere Pläne kurzfristig und genossen den lange ersehnten Pooltag – zur grossen Freude von Marlon. Kurzerhand verlängerten wir unseren Aufenthalt in Puerto Vallarta um einen Tag.

Ursprünglich hatten wir vor, die Altstadt mit dem Fahrrad zu erkunden. Doch ein kleiner Irrtum von Google Maps machte uns einen Strich durch die Rechnung. Den Fahrradverleih existierte nicht mehr. So stiegen wir für die 15-minütige Fahrt in ein Taxi ein.

Die Altstadt beeindruckte uns mit ihrer historischen Kathedrale, einem Symbol des kulturellen Erbes von Puerto Vallarta. Der kilometerlange Promenadenweg El Malecón entlang der Bucht von Banderas bot uns eine lebhafte Atmosphäre, gespickt mit bunten Strassenkünstlern. In einem kleinen Restaurant gönnten wir uns Nachos und genossen die entspannte Stimmung.


Der Weg von Puerto Vallarta nach Etzatlán führte uns über Pässe mit grandiosen Aussichten. Unsere Fahrt endete schliesslich am Delia's Trailer Park, einem von der Natur umgebenen farbenfrohen Stellplatz.

Tagsdarauf gings weiter mit einem Besuch der eher unbekannten Ruinen von Guachimontones im Tequila Valley. Die Ruinen sind bekannt für ihre ungewöhnlichen kreisförmigen Pyramiden. Die historischen Überreste boten nicht nur einen Einblick in vergangene Zeiten, sondern auch eine faszinierende Kulisse für Erinnerungsfotos.



Nach der Besichtigung der Stätte fuhren wir weiter Richtung Guadalajara.

Auf dieser Streckte erlebten wir eine Premiere! Wir wurden von der örtlichen Polizei gestoppt. Der Grund? Flo hatte versehentlich eine Sperrstrecke überfahren. Doch anstatt eines Strafzettels hatten die 5! Polizisten in Vollmontur grosses Interesse an unserem Wagen und an unseren Nummernschildern. Nachdem wir ihnen vom Ausbau und von der Verschiffung erzählt hatten, liessen sie uns staunend mit gedrückten Daumen weiterfahren. Ihnen war wohl einfach bitz langweilig...

Auf unserer Fahrt haben wir uns spontan für ein Hotel inmitten der Stadt entschieden. Die perfekte Basis, um von dort aus die Stadt zu Fuss zu erkunden.

Guadalajara ist die zweitgrösste Stadt Mexikos und die Hauptstadt des Bundesstaates Jalisco. Die Stadt ist bekannt für ihre reiche kulturelle Geschichte, lebendige Kunstszene und die bekannte Mariachi-Musik.

Den Abend haben wir bei einem leckeren Abendessen auf dem Plaza de la Liberacion ausklingen zu lassen.



Während unseres Hotel-Aufenthalts erhielten wir glücklicherweise die Bestätigung von SeaBridge für die Rückverschiffung unseres Landy`s. Auf der Baja California wurde uns definitiv bewusst, dass uns die Zeit nicht reichen wird, um bis nach Panama zu fahren. So entschieden wir uns, die ganze Reise in Mexiko und eventuell noch in Guatemala zu verbringen. Wir müssen uns schliesslich noch ein paar Destinationen für die nächste Reise aufsparen. Das nächste Mal müssen wir lediglich mehr Zeit einplanen.

Also heisst der Hafen für die Rückverschiffung erneut Veracruz.


Nach vielen Telefonaten nach Hause machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg nach Pátzcuaro. Bei der Fahrt aus der Stadt fiel uns der Smog über Guadalajara auf. Die schlechte Luftqualität war unübersehbar.

Unterwegs spielten wir Marlons Lieblingsspiel: Pick-Ups zählen. Wie bei jeder Autofahrt legte er glücklicherweise einen Mittagsschlaf ein. Er ist ein angenehmer Fahrgast.

Nach einer langen Fahrt erreichten wir schliesslich einen kleinen Campingplatz mit wenigen Gästen und warmen Duschen. Die Höhe von 2000 müM versprach eine ruhige und kühle Nacht. Der Kontrast zwischen der urbanen Hektik und dem ruhigen Campingplatz verdeutlichte einmal mehr die Vielfalt unserer Reise.

Am nächsten Tag starteten wir wieder früh, um einen weiteren Fahrtag einzulegen und Kilometer gutzumachen. Wir hatten das Ziel, Richtung Mexiko City zu fahren und unserem nächsten grossen Ziel, Puerto Escondido, näher zu kommen. Ursprünglich hatten wir ja geplant, entlang der Küste nach Puerto Escondido zu fahren. Doch aufgrund des Hurrikans vom letzten Oktober im Bundesstaat Guerrero waren einige Küstenstrassen nur schwer befahrbar und so entschieden wir uns, nicht zuletzt auch wegen der erhöhten Kriminalität, das Gebiet um Acapulco im Landesinneren zu umfahren.

Während unserer Fahrt durchquerten wir verschiedene beeindruckende Landschaften. Kurz vor unserem Ziel überlegten wir es uns noch einmal und entschieden uns, eine zusätzliche Stunde Fahrtzeit in Kauf zu nehmen, um bereits auf der rechten Seite von Mexiko City zu sein. Um unsere Vorräte aufzufüllen, die Wäsche zu waschen und uns eine Pause von den langen Fahrten zu gönnen, entschieden wir uns, auf denselben Platz in Teotihuacan zu fahren und dort zwei Tage zu bleiben. Flo konnte beim Landy ausserdem eine kleine Wartung machen - Ölkontrolle, Filter reinigen, Gelenke schmieren - Autokram halt.

Abends belohnten wir uns mit einem köstlichen Güggeli vom Grill vom Laden an der Strassenecke.

Nach zwei wunderbar erholsamen Tagen machten wir uns mit neuer Energie auf den Weg nach Zapotitlán. Dieser Geheimtipp wurde uns von Freunden gegeben.

Die Fahrt führte uns vorbei an bunten Dörfern und weiten Feldern. Die Vorfreude wuchs mit jedem Kilometer, den wir uns dem Ziel näherten. Schliesslich erreichten wir Zapotitlán und wurden sofort von der magischen Atmosphäre des Ortes verzaubert.

Wir parkten den Wagen in einer Art Krater umgeben von mächtigen Kakteen. Die Sonne tauchte die Landschaft in warmes Licht, während der Himmel sich in den schönsten Farben des Sonnenuntergangs zeigte.

Nachdem wir alles für das Nachtlager vorbereitet hatten, unternahmen wir einen kurzen Spaziergang zu einem Aussichtsturm. Bei unserer Rückkehr beschlossen wir, ein Feuer zu entfachen und darauf unser Abendessen zu kochen. Sté baute eine Ihrer wunderbaren Feuerstellen. Die Flammen tanzten im Rhythmus des Windes, und der warme Schein des Feuers zauberte eine romantische Stimmung in die Nacht. Es fühlte sich beinahe so an wie in der Baja, wo wir zuvor schon solch magische Momente erlebt hatten.



Am nächsten Tag fuhren wir weiter in die faszinierende Stadt Oaxaca, welche zu den schönsten Kolonialstädten Mexikos zählt. Für unsere Übernachtung wählten wir einen Stellplatz etwas ausserhalb der Stadt. Dort erlebten wir eine überraschende Begegnung mit einer kanadischen Familie, die wir zuvor auf der Fähre für die Baja California kennengelernt haben. Obwohl wir während der Fährfahrt nicht viel miteinander gesprochen hatten, stellten wir fest, dass sie unser Auto sehr zu interessieren schien. Die Neugier führte dazu, dass sie unseren Landy auf dem Campingplatz besichtigten. Während des Gesprächs erfuhren wir, dass sie bald in die Schweiz reisen möchten, um dort einen Berner Sennenhund zu kaufen. Wir tauschten Kontaktdaten aus, um in Verbindung zu bleiben. Zum Abschluss des Treffens machten wir noch ein Erinnerungsfoto.

Solche zufälligen Begegnungen machen das Reisen besonders und hinterlassen bleibende Erinnerungen. In Oaxaca haben wir nicht nur die historische Schönheit der Stadt entdeckt, sondern auch neue Freundschaften geschlossen.



Nach zwei wohltuenden Tagen der Erholung brachen wir mit voller Tatendrang zu unserer langen Fahrt nach Puerto Escondido auf. Unser Plan, die siebenstündige Fahrt nicht in einem einzigen Rutsch zu bewältigen, führte uns erneut ins Gebirge. Ein Zwischenstopp beim versteinerten Wasserfall "Hierve el Agua" sollte unsere Reise bereichern.

"Hierve el Agua" ist ein beeindruckendes Naturschauspiel in der Nähe von Oaxaca. Der Name bedeutet übersetzt "das Wasser kocht" und bezieht sich auf die heissen Quellen, die hier aus den Felsen sprudeln. Es handelt sich um eine natürliche Formation von Kalksteinterrassen, die wie gefrorene Wasserfälle aussehen.

Auf dem Parkplatz angekommen, packten wir unsere Fotoausrüstung zusammen und waren bereit, das Naturspektakel zu erkunden. Doch schon bald schlich sich ein unbehagliches Gefühl ein, als ein Mann um unser Auto herumschlich. Unser Sicherheitsinstinkt war geweckt, und wir entschieden uns, den Wasserfall getrennt zu besichtigen, um sicherzustellen, dass jemand beim Wagen war. Schliesslich wollten wir nicht das Risiko eingehen, auf unserer Reise ein weiteres Mal beraubt zu werden.



Die Fahrt, die bis zu diesem Zeitpunkt ohne größere Zwischenfälle verlaufen war, nahm plötzlich eine Wendung. Wir nahmen eine falsche Ausfahrt und mussten dadurch zwei Stunden länger Fahrzeit auf uns nehmen. Statt der geplanten drei Stunden benötigten wir ganze fünf Stunden, um unser Ziel zu erreichen.

Als wir dann endlich bereits beim Eindunkeln im hübschen Bergdorf San José del Pacifico eintrafen, wurden wir mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt. Die rote Feuerkugel ging im Wolkenmeer unter. Was für ein Anblick. Das Dorf liegt auf atemberaubenden 2.700 müM und ist nicht nur für seine landschaftliche Schönheit, sondern auch für den rituellen Gebrauch von Psilocybin-Pilzen bekannt. Diese Pilze haben wir jedoch nicht ausprobiert. Stattdessen haben wir auf dem Campingplatz lokale Tacos gegessen, und das zu einem Spottpreis von 5.- für 12 Stück inkl. Trinkgeld! WOW.

Am nächsten Morgen machten wir uns bereits wieder früh auf den Weg für die zweite Etappe der langen Passstrasse. Es war ein Tag voller unerwarteter Wendungen und Herausforderungen, die uns fast alles abverlangten.

Unser Ziel war Puerto Escondido, doch um dorthin zu gelangen, mussten wir unzählige kurvige Passstrassen bewältigen. Da wir in San José del Pacifico keinen Internetzugang hatten, verliessen wir uns auf unsere Offline-App, um unsere Route zu planen. Alles schien in Ordnung, und wir drückten enthusiastisch auf den "los geht's"-Button.

Nach etwa anderthalb Stunden Fahrt auf Strassen von zweifelhaftem Zustand erreichten wir ein Dorf, in dem uns die Menschen bereits kopfschüttelnd begrüssten. Wir wunderten uns, ignorierten es jedoch und fuhren weiter durch das Dorf. Plötzlich endete die Strasse. Ein freundlicher Mann erklärte uns, dass aufgrund von Strassenarbeiten die Weiterfahrt hier nicht möglich sei. Umkehren war die einzige Option.

Ohne Internetzugang suchten wir weiter auf der Offline-Karte nach einer Alternativroute. Wir fuhren die schlechte Strasse zurück, das Navi leitete uns an einer Kreuzung in den Wald. Die "Strassen" wurden schlechter, mit steilen Neigungen von bis zu 30°. Plötzlich wollte das Navi, dass wir auf eine nicht vorhandene Strasse abbiegen. Eine beunruhigende Situation! Wie sollten wir hier herauskommen? Zurück war keine Option mehr. Wir entschieden uns, weiter bergab zu fahren, bis wir schliesslich auf einer halbwegs passierbaren Strasse ankamen. Fast die gesamte Strecke Bergab musste mit Untersetzung gefahren werden, um die Bremsen nicht zu überbeanspruchen. Also Schneckentempo.

Nach diesem ungewöhnlichen Abstecher überprüften wir erneut die Navigation. Wie sollten wir zurück auf die Hauptpassstrasse gelangen? Leider mussten wir fast die gesamte Strecke bis nach San José del Pacifico zurückfahren. Diese Irrfahrt durch den Dschungel kostete uns volle vier Stunden.

Die eigentliche Strecke lag immer noch vor uns.

Als wir wieder auf einigermassen passablen Strassen waren, übernahm Sté das Steuer. Nach weiteren 3,5 Stunden erreichten wir endlich erschöpft und geschafft unser Hotel in Puerto Escondido.


Diese abenteuerliche Odyssee wird uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben. Wir sind erleichtert, unser Ziel erreicht zu haben, und freuen uns auf die Erholung in Puerto Escondido. Der Weg ist ja das Ziel...


Flomaste











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